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Dr. Klepp begleitet Expats in Gesundheitsfragen

24.07.2025

Dr. Bärbel Klepp: Psychosoziales Case Management Zur Entlastung von Expats und deren Angehörigen

Expats und deren Angehörige sind einer Vielzahl von psychosozialen Belastungen ausgesetzt. Wenn dann noch ein Gesundheitsproblem auftritt, ist Überforderung vorprogrammiert.

Expats in Österreich

Österreich ist ein beliebtes Ziel für Expats – sei es wegen Jobchancen, Bildung oder Lebensqualität. Etwa 600.000 Expats leben im Land, viele aus der EU oder Übersee. Rund 30–40 % bringen Partner und Kinder mit, was die Integration beeinflusst. Trotz hoher Lebensqualität gibt es Herausforderungen: Die Sprache ist eine große Hürde, da Deutsch im Alltag und Beruf dominiert. Auch kulturell ist die Anpassung nicht immer leicht – Österreich gilt als eher zurückhaltend, was Neuankömmlinge als unfreundlich empfinden können. Umfragen stufen das Land regelmäßig als eines der unfreundlichsten für Expats ein. Gründe sind Bürokratie, schwer knüpfbare soziale Kontakte und eine teils abweisende Haltung gegenüber Fremden. In Wien wird zudem gerne „gegrantelt“. Typisch österreichisch ist auch das anfängliche „Nein, das geht nicht“ – wer dranbleibt, findet oft doch eine Lösung. Fazit: Expats erleben viele Chancen, aber auch klare Hürden.

Das österreichische Gesundheitssystem

Das österreichische Gesundheitssystem ist komplex und für viele schwer verständlich. Die Finanzierung ist aufgeteilt: Krankenkassen zahlen im niedergelassenen Bereich, die Bundesländer im Spitalsbereich. Diese Trennung führt oft zu Unsicherheiten – besonders bei Personen, die in einem Bundesland wohnen und in einem anderen arbeiten, etwa in Wien und Niederösterreich. Unterschiedliche Regelungen und Leistungen erschweren den Zugang zur Versorgung. Gerade Expats oder Menschen ohne Vorerfahrung im System fühlen sich schnell überfordert – vor allem im Krankheitsfall.

Health Literacy

Health Literacy, also die Gesundheitskompetenz, bezieht sich auf die Fähigkeit von Individuen,
Gesundheitsinformationen zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden, um informierte
Entscheidungen über ihre Gesundheit zu treffen. Gut gebildete Menschen neigen oft dazu, von einer
hohen Health Literacy auszugehen. Allerdings nimmt die Gesundheitskompetenz mit der Komplexität des Gesundheitssystems und der Schwere der Erkrankungen ab. Diese Herausforderung wird zusätzlich durch Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede verstärkt, die viele Patient:innen und ihre Angehörigen vor erhebliche Hürden stellen. Infolgedessen fühlen sich viele überfordert und
benötigen gezielte Unterstützung und Begleitung, um die notwendigen Informationen zu erhalten
und adäquate Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen. Ein besseres Verständnis und gezielte
Hilfsangebote sind entscheidend, um die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu fördern und
die Versorgung zu verbessern.

Psychosoziales Case Management

Psychosoziale Beratung
Je ernster eine Diagnose oder je schwerer eine Erkrankung ist, umso wahrscheinlicher kann bei
Betroffenen und ihren Angehörigen vielfältige Ängste und Gefühle ausgelöst werden. Das eigene
Leben gerät ins Wanken und plötzlich sind Entscheidungen zu treffen, mit denen man sich vorher
noch nicht auseinandergesetzt hat. Gerade wenn man dann „nicht zuhause“ ist, braucht man in
dieser Situation professionelle Hilfe und empathische Begleitung.

Case Management
In Folge einer Diagnose sind oft unzählige Dinge zu organisieren (hier ist Case Management ein
hilfreicher Ansatz). Case Manager:innen verstehen sich als eine Art Lotsen durch das
Gesundheitssystem. Sie planen, organisieren und koordinieren das, was es wirklich braucht.

Was bedeutet das für ihre Organisation

Wenn sie Mitarbeiter aus dem Ausland haben, werden diese selber oder aber ihre Angehörige in die
Situation kommen, medizinische Leistungen in Anspruch nehmen zu müssen. Dies führt dazu, dass
ihr:e Mitarbeiter:innen dadurch belastet sind oder aber sogar in Erwägung ziehen ihr Auslands-
Assignment abzubrechen um in die Heimat – und damit in ein bekanntes Gesundheitswesen
zurückkehren zu können.


https://www.care-for-you.at

Foto: Dr. Bärbel Klepp

 

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