NEWS
Durchsuchen
News
news/Habsburg EU Außen- und Verteidigungspolitik1434/1.jpgnews/Habsburg EU Außen- und Verteidigungspolitik1434/2.jpgnews/Habsburg EU Außen- und Verteidigungspolitik1434/3.jpg

Habsburg: EU Außen- und Verteidigungspolitik

13.01.2026

Karl Habsburg: EU muss endlich eigene Außen- und Verteidigungspolitik entwickeln

Rede zu seinem 65. Geburtstag: Kritik an Putin und Donald Trump und rechten „Patrioten Europas“

Karl Habsburg hat anlässlich seines 65. Geburtstags am 11. Jänner Europa zu mehr Verantwortung aufgerufen. In seiner "Rede zur Zukunft Europas" beschäftigte sich das Oberhaupt des Hauses Habsburg-Lothringen mit politischen Krisenherden, der US-Sicherheitsstrategie und der "offensichtlichen" US-Unterstützung für antieuropäische Kräfte. Er nannte Teile der EU-Fraktion Patrioten für Europa, der auch FPÖ-Abgeordnete angehören, "fünfte Kolonne Moskaus". In Russland forderte er eine Ablöse des Regimes von Wladimir Putin.

Bei der Fraktion im EU-Parlament handle es sich "nicht um Patrioten, sondern um teils brutale Nationalisten", erklärte Habsburg in seiner Rede vor Außenministerin Beate Meinl-Reisinger und zahlreichen Diplomaten in der Fuchs-Villa in Wien-Penzing. "Und sie sind schon gar nicht für Europa. Das Konzept dieser Parteien beruht auf einer de facto Rückabwicklung der europäischen Einigung auf eine reine Zusammenarbeit der Regierungen, ohne gemeinschaftliche Institutionen." Viele in der Fraktion vereinten Parteien seien zudem "in irgendeiner Form mit Putin verbunden". "Sie sind die neue fünfte Kolonne Moskaus (die alte aus der kommunistischen Zeit existiert auch noch) und begehen damit doppelten Hochverrat: am eigenen Land und an Europa."

Kritik an EU-Führung

"Die derzeit größte Bedrohung für Europa stellt nun schon seit Jahren der Vernichtungskrieg Moskaus gegen die Ukraine dar", betonte Habsburg. "Ein Krieg, der auf die Vernichtung eines Staates und eines Volkes abzielt, der gleichzeitig auf die Spaltung Europas hinarbeitet, um es leichter beherrschen zu können." Daher forderte der Ehrenpräsident der Paneuropäischen Bewegung die Wiederherstellung der territorialen Integrität und Souveränität der Ukraine, Reparationen durch Russland und einen 'Regime change' in Moskau. Der Fall Putin müsse vor einem internationalen Kriegsverbrechertribunal abgehandelt werden.

Österreich in US-Sicherheitsstrategie

Habsburg ging auch auf Berichte ein, wonach Österreich in einer nicht veröffentlichten Langfassung der US-Sicherheitsstrategie vorkommt. Demnach wurde Österreich im Zusammenhang mit einigen Ländern genannt, die die USA angeblich aus der Europäischen Union herauslösen möchten, um damit die EU zu Fall zu bringen. "Die moderne Idee der europäischen Einigung ist nämlich eine österreichische Idee", erklärte Habsburg. "Sie wurde in Wien entwickelt, von Richard Coudenhove-Kalergi, der 1922 seinen Artikel 'Paneuropa. Ein Vorschlag' publizierte und der dann 1926, also vor 100 Jahren, den ersten großen Paneuropa-Kongress in Wien organisierte", erinnerte der Ehrenpräsident der Bewegung.

Angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine und Europa, die Aktivitäten gegen das westliche Wertesystem, die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Dänemark wegen Grönland, aber auch der Entwicklung in Venezuela und im Iran sowie einer "aggressiven Außenpolitik" Chinas in Kombination mit einer "auf Abhängigkeit abzielenden Wirtschaftspolitik" appellierte Habsburg an EU-Politiker, nun endlich eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zu entwickeln.


Rede englisch:
https://www.paneuropa.at/europe-must-take-responsibility/#more-3723



Fotos: Matthias Dolenc
 

Event