19.01.2026
Traditioneller Antrittsbesuch des Schweizer Amtskollegen in Österreich zu Jahresbeginn.
Es ist Tradition, dass die Schweizer Bundespräsidentin oder der Schweizer Bundespräsident gleich zu Beginn seiner oder ihrer Amtszeit nach Österreich kommt. Bundespräsident Alexander Van der Bellen traf daher am Donnerstag seinen Schweizer Amtskollegen, Guy Parmelin, zu einem Offiziellen Besuch in Wien.
“Was die Schweiz und Österreich eint, ist mehr als Nachbarschaft. Es ist eine über Jahrhunderte gewachsene Partnerschaft, die sich stetig weiterentwickelt und auf die Herausforderungen unserer Zeit reagiert", sagte Alexander Van der Bellen bei einem gemeinsamen Pressegespräch in der Präsidentschaftskanzlei.
“Das Paket von Abkommen zur Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU liegt nun auf dem Tisch. Es ist das Ergebnis eines jahrelangen Ausgleichs von Interessen. Ein guter Kompromiss. Besonders freut mich, dass die Schweiz wieder aktiver Partner der EU-Forschungsprogramme ist. Gerade jetzt, wo unser Kontinent geteilt oder von außen beherrscht werden soll, ist es wichtig, dass Europa gemeinsam handelt", betonte Österreichs Bundespräsident.
“Wir alle müssen noch näher zusammenrücken”
Bundespräsident Van der Bellen drängte auch auf mehr europäische Einigkeit angesichts der globalen Herausforderungen. "Gerade jetzt, wo versucht wird, unseren Kontinent zu teilen oder von außen zu beherrschen, ist es wichtig, dass Europa gemeinsam handelt", betonte er. "Selbstbestimmt zu handeln ist etwas sehr schweizerisches, aber auch europäisches. Wenn dieser Wunsch nach Selbstbestimmung von Einigkeit getragen wird, macht er ganz Europa stark", so Alexander Van der Bellen.
Um unser Europa beneiden uns viele auf der Welt. Ein Europa, in dem die Schweiz und Österreich ihre Nachbarschaft selbstverständlich leben. In der unmittelbaren Umgebung finden sich weitere EU-Nachbarn.
Auf Grönlands angesprochen, solle die Zukunft der Insel "den Grönländerinnen und Grönländern überlassen" bleiben. Alexander verstehe auch nicht, "warum die USA so agieren, als hätten sie überhaupt keine Stationierung in Grönland". Es gebe seit Jahrzehnten eine US-Militärbasis dort, und Dänemark wäre bei einem Wunsch nach einer Ausweitung sicher verhandlungsbereit.
"Neutralität viel schwieriger, wenn es Konflikte gibt"
"Die Neutralität ist sehr einfach in Friedenszeiten, aber viel schwieriger, wenn es Konflikte gibt", sagte der Schweizer Bundespräsident Parmelin. Auch wenn es in der Schweiz eine virulente Debatte über die Neutralität gebe, sei er überzeugt, dass sie mittelfristig Vorteile habe. Diesbezüglich hob er die Vermittlerrolle des Landes hervor, etwa auch zwischen Washington und Teheran. "Der Kommunikationskanal ist offen und wird genutzt", sagte er Guy Parmelin.
Fotos: Peter Lechner/HBF