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KHM: Ausstellungsschwerpunkt von Wien bis Rom

12.02.2026

Wenn Italien ruft: KHM setzt ab März Ausstellungs-Schwerpunkt von Wien bis Rom

Olympische Winterspiele und die Welt starrt nach Italien. Das Kunsthistorische Museum startet im März gleich zu einem ganzjährigen Italien-Schwerpunkt. Mehr als 100 Meisterwerke aus den Sammlungen des Museums werden bei zwei großen Ausstellungen in Rom und Triest zu Gast sein. Im Frühling beginnt die Neuhängung der Gemäldegalerie mit Schwerpunkt auf den italienischen Werken aus Renaissance und Barock. Drei Sonderausstellungen in Wien widmen sich den italienischen Barockkünstlern Canaletto, Bellotto, und Bernini sowie dem antiken Machtzentrum Rom.

„Mit unseren hochkarätig beliehenen Ausstellungen und herausragenden Leihgaben aus unserer Sammlung zeigen wir ein Panorama Europas und seiner gemeinsamen Kunstgeschichte. In Zeiten nationaler Instrumentalisierung von Kunst und Kultur wollen wir einer Vereinnahmung der Vorstellungswelt dem Pluralismus der europäischen Identität entgegenstellen“, erklärt Jonathan Fine, Generaldirektor des KHM-Museumsverbandes.

Den Auftakt des Italien-Jahres macht ab 6. März eine große Ausstellung im Palazzo Cipolla in Rom. Unter dem Titel „Von Wien nach Rom. Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum“ werden erstmals in Italien über fünfzig Meisterwerke aus den prestigeträchtigen Sammlungen des Kunsthistorischen Museums präsentiert. Die Auswahl bietet einen Überblick über vier Jahrhunderte europäischer Malerei, von der Renaissance bis zum Barock inklusive Highlights von Velázquez bis Arcimboldo und Meisterwerken aus der Kunstkammer. Wenige Tage später eröffnet am 24. März in Wien eine Sonderausstellung, die sich den berühmten venezianischen Vedutenmalern Canaletto und Bellotto widmet. Mit malerischer Fantasie haben die beiden Künstler aus dem 18. Jahrhundert eine neue Bildsprache städtischer Identität entwickelt und dabei urbane Wirklichkeit in Bühne, Idee und Ideal verwandelt. Viele der ausgestellten Werke – insbesondere Canalettos London-Bilder – werden erstmals in Österreich zu sehen sein.

Die Rückkehr Tiepolos

Zeitgleich mit den ersten Ausstellungseröffnungen im Italien-Jahr beginnt auch die schrittweise Umhängung der Gemäldegalerie. Der Schwerpunkt liegt auch hier auf italienischen Werken aus der Renaissance und dem Barock. Neben den weltberühmten Highlights von Raffaels „Madonna im Grünen“ bis Tintorettos „Susanna im Bade“ aus der Sammlung werden sowohl neu restaurierte, als auch Gemälde in die Galerie Einzug halten, die aufgrund von Platzmangel im Depot waren und nun wieder ans Licht gebracht werden. Den Anfang machen die beiden frisch restaurierten monumentalen Werke eines weiteren venezianischen Meisters, Giovanni Battista Tiepolo. In neuem Glanz ziehen diese eindrucksvollen Szenen aus der antiken römischen Geschichte die Aufmerksamkeit wieder auf sich.

Zurück in Triest

Am 2. April öffnet in Triest die zweite große Ausstellung in Italien mit dem Titel „Ancient Egypt in Miramare“. Maximilian von Habsburg (1832–1867) versammelte fast 2.000 ägyptische Objekte in Schloss Miramare bei Triest. Nach seinem Tod kamen diese Bestände zur Ägyptisch-Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums. Eine Auswahl dieser Exponate kehrt für die Dauer der Ausstellung ins Schloss zurück und veranschaulicht Maximilians Entscheidungen und Interessen als Sammler. Neben den rund 60 Leihgaben aus dem Kunsthistorischen Museum und Objekten aus der Sammlung Miramare werden in der Ausstellung Artefakte aus dem Städtischen Antiquitätenmuseum
J. Winckelmann in Triest zu sehen sein, die von der breiten Präsenz der „Ägyptomanie“ auch abseits adeliger Sammler im Triest des 19. Jahrhunderts erzählen.

Von Kleopatra bis Bernini

Von Macht und Intrigen in antiken Großstädten handelt ab 20. Oktober die Schau „Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom“, einer Ausstellung der Antiken- und Ägyptisch-Orientalischen Sammlung. Ausgehend von der Ermordung Kleopatras Schwester Arsinoë in Ephesos wird die spannende Geschichte über die großen Player der betreffenden Epoche erzählt – darunter Caesar und Marc Anton auf der einen und Augustus auf der anderen Seite. Schauplätze sind die blühenden, pulsierenden antiken Großstädte Rom, Alexandria und Ephesos, die als Macht- und Wissenszentren zentrale Rollen in der damaligen Welt spielen.

Im Zentrum der finalen Ausstellung des Italien-Schwerpunktes steht eine sensationelle Neuentdeckung: Ein Porträt aus den Beständen des Kunsthistorischen Museums, das keinem geringeren als Gian Lorenzo Bernini zugeschrieben wird. Der bedeutendste Künstler Italiens des 17. Jahrhunderts ist vor allem als Bildhauer und Architekt bekannt. Gemälde schuf er angeblich nur zu seinem Vergnügen. Von seinen einst zahlreichen Porträtgemälden sind heute nur weniger als zwanzig als eigenhändig anerkannt. Die Ausstellung „Bernini. Malerei und Marmor“ mit rund zehn hochkarätigen internationalen Leihgaben beleuchtet Berninis Porträtschaffen in den Medien Skulptur, Zeichnung und Malerei. Sie lädt dazu ein, den Künstler aus einer bislang wenig beachteten Perspektive neu zu entdecken. Zu sehen ist sie ab 2. Dezember.

VON WIEN NACH ROM
Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum
6. März bis 5. Juli 2026, Museo del Corso-Polo Museale, Palazzo Cipolla, Rom

CANALETTO & BELLOTTO
24. März bis 6. September 2026, Kunsthistorisches Museum, Wien

ANCIENT EGYPT IN MIRAMARE
2. April bis 12. Oktober 2026, Scuderie Schloss Miramare, Triest

TATORT EPHESOS. KLEOPATRA UND ROM
20. Oktober 2026 bis 29. März 2027, eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums in der Neuen Hofburg

BERNINI. MALEREI UND MARMOR
2. Dezember 2026 bis 4. April 2027, eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums im Palais Lobkowitz


https://www.khm.at/


Foto: KHM
 

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