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18.05.2026
Dialog entsteht aus der Bereitschaft, sich auf den anderen einzulassen, und aus der Offenheit, voneinander zu lernen. Darin liegt seine besondere Kraft: Er vertieft das Verständnis füreinander und eröffnet Räume der Begegnung, die (außen-)politische Beziehungen auf ein menschliches Fundament stellen. In diesem Geist führen wir seit Jahren einen Dialog mit einem Partner, der dafür kaum geeigneter sein könnte: Indonesien. Das größte muslimische Land der Welt, drittgrößte Demokratie, ein Vielvölkerstaat mit über 600 Ethnien und 700 Sprachen. Für Österreich mehr als ein ferner Partner: Schlüsselakteur im indopazifischen Raum, Land gelebter religiöser Vielfalt, mit dem Freihandelsabkommen IEU-CEPA bald wichtiger Wirtschaftspartner. Seit 2010 pflegen beide Länder einen interkulturellen und interreligiösen Dialog – in der Überzeugung, dass Vielfalt und friedliches Zusammenleben für die Entwicklung einer Gesellschaft notwendig sind. Federführend trägt ihn auf österreichischer Seite die Task Force Dialog der Kulturen in der Sektion Internationale Kulturangelegenheiten des BMEIA.
Die diesjährige 9. Runde führte die indonesische Delegation Ende April zunächst nach Graz. Im Rathaus empfing Bürgermeisterin Elke Kahr die Gäste zu einem Gespräch über das Zusammenleben in einer Stadt, die den interreligiösen Dialog seit Jahren institutionell lebt. An der Universität Graz folgte ein wissenschaftlicher Austausch über Religion, Recht und gesellschaftlichen Zusammenhalt, mit ersten konkreten Kooperationsideen. Besuche in der Domkirche und im Islamischen Kulturzentrum in der Herrgottwiesgasse zeigten, wie unterschiedliche religiöse Traditionen im städtischen Raum nebeneinander bestehen. Das Islamische Kulturzentrum gilt zudem als europäisches Best-Practice-Beispiel: entworfen vom Grazer Büro des österreichischen Architekten Gerhard Springer und in enger Abstimmung mit Stadt und Nachbarschaft geplant, wahrt das Bauwerk die eigene Identität, ohne sich anderen zu verschließen. Abschließend: Austausch an der PPH Augustinum zu Religionspädagogik.
In Wien mündete das Programm in eine internationale Konferenz mit Teilnehmenden aus Indonesien, Österreich, dem Heiligen Stuhl und dem KAICIID, gemeinsam getragen von Universität Wien (Forschungsplattform „Religion and Transformation"), BMEIA – Task Force Dialog der Kulturen sowie Stadt Wien. Im Mittelpunkt der Vergleich nationaler Governance-Modelle, der Austausch von Best-Practice-Beispielen, die Vertiefung internationaler Kooperation und die Frage friedlichen Zusammenlebens in wachsender Pluralität.
Geblieben ist mehr als ein gut organisiertes Programm: belastbare Kontakte, Anknüpfungspunkte und das Gefühl, dass der Dialog trägt. Und es geht weiter. Im Herbst empfangen wir in Wien eine Delegation aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wieder in Ko-Kreation – denn wer Themen und Programm gemeinsam entwirft, ist bereits mitten im Dialog.
Kurzer Überblick zur Tätigkeit der Kulturabteilung des BMEIA: 6000 jährliche Veranstaltungen an über 2000 Orten und Förderung von 8000 Kunstschaffenden sowie Wissenschaftlern.
Alle Informationen auf:
https://austriakulturinternational.at/
Fotos: Advantage Austria London + Helmut Laufenböck + Irene Zandel
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