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Neues von Austria Kultur International

01.07.2026

Neues von Austria Kultur International

Manche Jubiläen stehen für mehr als eine Zahl. 1956 öffnete das Österreichische Kulturforum in London seine Türen. Sieben Jahrzehnte später feiern wir heuer nicht nur die Geschichte einer Institution, sondern vor allem die Freundschaften, Partnerschaften, und Kunstschaffenden, die Österreich und das Vereinigte Königreich verbinden. Daher steht „ACF“ besonders im heurigen Jubiläumsjahr nicht nur für Austrian Cultural Forum London, sondern für „A Celebration of Friends.“
Bei seiner Eröffnung gehörte das Kulturinstitut noch zum Unterrichtsministerium, ab 1974 dann zum Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten. Seit unserer Umbenennung 2001 sind wir nun das ACF – Austrian Cultural Forum London – aber immer noch an derselben Adresse “28 Rutland Gate” unweit vom Hyde Park zu finden.

Das diesjährige Jubiläumsmotto verbindet diese Kontinuität mit einem besonderen Anliegen: Wir wollen uns bei unseren Freunden, treuen Gästen und engen Partnern bedanken und gleichzeitig die runden Jahrestage jener begehen, deren Wirken die Grundlage unserer Arbeit bildet.

Daher präsentieren wir in unserer Reihe „70 years ACF – A Celebration of Friends“ Veranstaltungen anlässlich der 100. Geburts- bzw. Todestage von Ingeborg Bachmann, Rainer Maria Rilke, Friedrich Cerha, Joseph Horovitz und Francis Burt oder etwa zum 20-jährigen Bestehen der Vienna Design Week und des Exilarte-Zentrums für verfolgte Musik.

Zugleich erinnern wir an die Rolle der Exilgemeinde der überwiegend jüdischen Vertriebenen des NS-Regimes, als Wegbereiterin für die österreichisch-britischen Kultur- und Wissenschaftsbeziehungen. Das „Austrian Centre“ (1939–1947), dessen erster Ehrenpräsident Sigmund Freud war, sowie die 1942 vom Pianisten Ferdinand Rauter gegründete „Anglo-Austrian Music Society“ machten London zum bedeutendsten Zentrum des kulturellen österreichischen Exils. Im Herbst gedenken wir daher mit mehreren Festkonzerten Exilmusikern wie Erich Wolfgang Korngold, Julius Bürger, Hans Gál oder der Musikerfamilie Rosé. Ein Höhepunkt wird auch die Enthüllung einer English Heritage-Gedenktafel zu Ehren von Stefan Zweig sein, der 1934 nach London flüchten musste.

Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass über Jahrzehnte hinweg Projekte in Zusammenarbeit mit Holocaust-Überlebenden, Vertriebenen, und deren Nachfahren realisiert werden konnten und sich daraus auch Freundschaften entwickelt haben. Mit rund 6.000 sogenannten „Wiederösterreicherinnen und Wiederösterreichern“, die seit 2020 nach Änderung des Staatsbürgerschaftsgesetzes die österreichische Staatsbürgerschaft wieder erhalten haben, wird die „Erinnerungskultur“ weiterhin einen besonderen Stellenwert im Programm des Österreichischen Kulturforums London einnehmen.

Und schließlich soll „ACF – A Celebration of Friends“ auch daran erinnern, dass Kultur bedeutet, Räume für Begegnung über Grenzen hinweg zu schaffen. Was früher vor allem Vermittlung war, ist heute vor allem Verbindung. Genau darin liegt das Selbstverständnis des ACF London.


Fotos: © Markus Moser, © Robert Cambrinus, Design: Anita Kern + Gal Rozenman / Habima National Theater
 

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