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18.09.2026
Wie ein altes Kunstwerk durch österreichische Innovation ein neues Kapitel seiner Geschichte schreibt
Vor rund 400 Jahren entstand in Japan der heute als „Osaka zu byōbu“ bekannte Paravent - eines der bedeutendsten erhaltenen Zeugnisse des Goldenen Zeitalters der japanischen Handelsmetropole Osaka. Das außergewöhnliche Kunstwerk zeigt das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben Osakas zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Jahrhunderte später gelangte es nach Europa und wurde in den Sammlungen von Schloss Eggenberg des Universalmuseums Joanneum bewahrt. Erst vor wenigen Jahren wurde seine außergewöhnliche kulturhistorische Bedeutung wiederentdeckt. Zur Expo 2025 Osaka kehrte der Paravent als originalgetreue Reproduktion symbolisch an seinen Entstehungsort zurück. In der Austria Lounge des österreichischen Pavillons verband sich dieses bedeutende Kulturerbe mit österreichischer Innovation.
Die vom Wiener Unternehmen Artivive entwickelte Augmented-Reality-Anwendung ließ ausgewählte Szenen des Paravents mittels Smartphone oder Tablet lebendig werden. Animationen, Hintergrundinformationen und digitale Inhalte eröffneten den Besucherinnen und Besuchern einen völlig neuen Zugang zu den zahlreichen Details des Kunstwerks und verbanden historische Kultur mit zeitgemäßem Storytelling.
Diese Innovation bleibt nun dauerhaft erhalten: Regierungskommissärin Ursula Plassnik übergab die AR-Anwendung mit Unterstützung von AT&S und Artivive an Schloss Eggenberg. Besucherinnen und Besucher können den Osaka-Paravent künftig nicht nur im Original in einem der Prunkräume des Schlosses betrachten, sondern ergänzend interaktiv entdecken. Die Anwendung erschließt verborgene Details, erklärt historische Zusammenhänge und ergänzt die wissenschaftliche Vermittlung um eine zeitgemäße digitale Ebene.
Ursula Plassnik, Regierungskommissärin der österreichischen Beteiligung an der Expo 2025 Osaka: „Eine Weltausstellung endet nach sechs Monaten – aber ihre Ideen wirken weiter. Der Osaka-Paravent ist dafür ein starkes Symbol: vor 400 Jahren in Japan entstanden, in Österreich bewahrt, 2025 auf der Expo an seinen Ursprungsort zurückgekehrt und nun dank österreichischer Innovation dauerhaft in Schloss Eggenberg erlebbar. Auch so geht heute Wertschöpfung mit einzigartigem, klassischem Kulturgut. Und so wird konsequente Nachnutzung zu einem Gewinn für Kultur und Gesellschaft.“
Sergiu Ardelean, CEO und Co-founder von Artivive: „Artivives Augmented-Reality-Technologie macht Geschichten sichtbar, ohne das Original zu verändern. Der Osaka-Paravent verdeutlicht, wie digitale Technologien historische Kunstwerke um eine zusätzliche Erzählebene erweitern können und Besucherinnen und Besucher dazu einladen, tiefer in ihre Geschichte einzutauchen.“
Gerald Reischl, Sprecher von AT&S: „Wenn Kultur auf künstliche Intelligenz trifft, entstehen neue Formen des Erlebens. Als AT&S sind wir Teil dieses Projekts, weil unsere Technologien die Basis für High Performance Computing und digitale Innovationen bilden. So schlagen wir Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft und machen Geschichte interaktiv erlebbar.“
Paul Schuster, Leiter von Schloss Eggenberg: „Der Osaka-Paravent in Eggenberg zählt zu den wertvollsten Objekten in den Sammlungen des Universalmuseums Joanneum. Er ist der älteste in-situ erhaltene japanische Stellschirm in Europa. Während das Original weiterhin in den Prunkräumen für Faszination sorgt, birgt die Reproduktion in Kombination mit der entwickelten Anwendung neue Zugänge für das Besuchserlebnis unserer Gäste, um in dieses faszinierende Kunstwerk einzutauchen.“ Die Übergabe unterstreicht den nachhaltigen Anspruch der österreichischen Beteiligung an der Expo 2025 Osaka. Exponate, Innovationen und Ideen wirken über die Weltausstellung hinaus weiter und schaffen langfristigen Mehrwert für Kultur, Bildung und internationale Zusammenarbeit. Und der Osaka-Paravent setzt seine außergewöhnliche Reise fort: entstanden in Japan, bewahrt in Österreich, auf der Expo an seinen Ursprungsort zurückgekehrt – und nun dauerhaft bereichert durch österreichische Kreativität und Technologie in Schloss Eggenberg.
https://www.wko.at
Fotos: Universalmuseum Joanneum / J. J. Kucek (2); N.Lackner
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