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02.10.2026
Die am 01.10.2026 im UNESCO-Welterbe Schloss Eggenberg gefeierte japanische Teezeremonie war ein weiterer Höhepunkt der besonderen Freundschaft und kulturellen Verbundenheit zwischen Graz und Osaka. Gemeinsam mit der Japanischen Botschaft in Wien, der Urasenke Tankokai Austria Association lud das Universalmuseum Joanneum zu einer traditionellen Teezeremonie in den Planetensaal. Im Anschluss erhielten die Gäste bei einem Besuch des Japanischen Kabinetts Einblicke in die Geschichte und Bedeutung des berühmten Osaka-Paravents.
Seit der Entdeckung und Erforschung des Osaka-Paravents im Japanischen Kabinett von Schloss Eggenberg nach 2004 verbindet Graz und Osaka eine besondere Beziehung. Die heutige Teezeremonie knüpfte an diese langjährige kulturelle Verbundenheit an und bot den Gästen die Möglichkeit, japanische Kultur unmittelbar zu erleben. Nach einer Einführung in Geschichte, Bedeutung und Ablauf wurden die Gäste Teil der Zeremonie und erhielten Einblick in eine jahrhundertealte japanische Kulturtradition. Einer ausgewählten Gruppe von Gästen wurde nach traditionellem Ablauf Tee zubereitet und gereicht.
Die Kunst der Teezubereitung
Die japanische Teezeremonie, Chanoyu, folgt einem genau festgelegten Ablauf, in dem Teezubereitung, Gastfreundschaft und überlieferte Formen eng miteinander verbunden sind. Jede Bewegung, der Umgang mit den Utensilien und die Begegnung zwischen Gastgeber und Gästen sind Teil dieser jahrhundertealten Tradition.
Vier Begriffe bringen die Grundhaltung der Teetradition auf den Punkt: Wa, Kei, Sei, Jaku – Harmonie, Respekt, Reinheit und innere Ruhe. Sie bestimmen sowohl die Zubereitung des Tees als auch die Beziehung zwischen Gastgeber und Gästen. Eng damit verbunden ist der Gedanke des ichigo ichie, sinngemäß „eine Zeit, eine Begegnung“: Jede Begegnung wird als einzigartiger Augenblick verstanden, der sich in genau dieser Form niemals wiederholen wird. Der Weg des Tees zeigt damit, wie alltägliche Handlungen zu einem Ausdruck von Respekt, Achtsamkeit und menschlicher Verbundenheit werden können.
Eine jahrhundertealte Tradition
Tee gelangte bereits zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert durch buddhistische Mönche aus China nach Japan. Eine wichtige Rolle für die Verbreitung der Teekultur spielte der Zen-Mönch Eisai, der im ausgehenden 12. Jahrhundert die Methode der Tee-Zubereitung aus China mitbrachte. Über buddhistische Tempel verbreitete sich die Teekultur zunehmend in der japanischen Gesellschaft. Während der Muromachi-Zeit (1336-1573) entwickelte sich daraus eine eigenständige Kulturtradition, in der Schlichtheit und spirituelle Tiefe zunehmend in den Mittelpunkt rückten.
Durch die Zeremonie in Schloss Eggenberg führte Souriki Takamatsu, Teemeister und Präsident der Urasenke Tankokai Austria Association. Zu den anwesenden Gästen zählten H.E. Botschafter Kiminori Iwama, Elke Kahr, Bürgermeisterin der Stadt Graz, Stadträtin Claudia Unger, Landeshauptmann a.D. Christopher Drexler, Aufsichtsratsvorsitzender des Universalmuseums Joanneum Siegfried Nagl mit Frau Andrea Nagl, Bundesrat Peter Samt, Abteilungsleiter Patrick Schnabl, Universitätsprofessor Lukas Nickel, die Gemeinderätin Zeynep Aygan-Romaner, Christiane Helling von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften u.v.m..
Im Anschluss führten Paul Schuster, Leiter von Schloss Eggenberg, und Barbara Kaiser zum Original des Osaka-Paravents im Japanischen Kabinett und gaben Einblicke in dessen Geschichte, Erforschung und kulturelle Bedeutung. Der Eggenberger Paravent ist eine Hommage auf die blühende Residenzstadt von TOYOTOMI Hideyoshi (1536-1598). Zwei Teehäuser sind in dieser einzigartigen Ansicht von Osaka zu entdecken. Hideyoshi war Förderer und praktizierender Teemeister des Tee-Wegs. Nicht zuletzt dank seiner Liebe zu dieser Kunst verbreitete sie sich rasch in allen Kreiser der Bevölkerung.
https://www.museum-joanneum.at
Fotos: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek (3)
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