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14.10.2026
Brustkrebs: Präzise Bildgebung und verständliche Orientierung gehören zusammen
European Society of Radiology (ESR) und Be accepted rücken Früherkennung, personalisierte Diagnostik und patientenzentrierte Kommunikation in den Fokus
Radiology saves lives. Get Screened.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Österreich. 2024 wurden 6.959 Neuerkrankungen registriert, rund 31 Prozent aller Krebsneudiagnosen bei Frauen. Gleichzeitig entwickeln sich die Möglichkeiten der Früherkennung und bildgebenden Diagnostik kontinuierlich weiter. Moderne Brustkrebsversorgung bedeutet heute daher nicht nur, Veränderungen möglichst früh und präzise zu erkennen, sondern auch Untersuchungen stärker an das individuelle Risiko anzupassen und Patientinnen verständlich durch Diagnose und Behandlung zu begleiten.
Diese Verbindung von medizinischer Präzision und Patientinnen-Orientierung stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Brustkrebs: Mehr als eine Diagnose“, die die European Society of Radiology (ESR) gemeinsam mit Be accepted anlässlich des Breast Cancer Awareness Month in Wien ausrichtete.
Bildgebung wird zunehmend individueller
Die Mammographie bleibt die zentrale Methode der organisierten Brustkrebs-Früherkennung. Ihre Aussagekraft hängt jedoch unter anderem von der Brustdichte ab. Bei dichtem Brustgewebe können Veränderungen schwieriger erkennbar sein, weshalb ergänzende Verfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomographie je nach individueller Situation zusätzliche Informationen liefern können. Auch die Tomosynthese, eine 3D-Mammographie, bei der die Brust aus mehreren Winkeln aufgenommen und in dünnen Schichten dargestellt wird ermöglicht eine bessere Beurteilung überlagerter Strukturen.
Die weitere Entwicklung geht in Richtung einer stärker risikoadaptierten Früherkennung. Prof. Pascal Baltzer, Medizinischer Leiter des Hochfeld-MRT-Zentrum an der Medizinischen Universität Wien, sieht darin einen zentralen nächsten Schritt: Neben dem Alter können Faktoren wie familiäre Belastung, genetische Veranlagung, Brustdichte und frühere Gewebebefunde berücksichtigt werden, um Untersuchungsverfahren und Intervalle besser an das individuelle Risiko anzupassen. Ziel ist es, den Nutzen der Früherkennung weiter zu erhöhen und gleichzeitig unnötige Abklärungen möglichst zu vermeiden.
Das österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm richtet sich im Kern an Frauen zwischen 45 und 74 Jahren, die alle zwei Jahre teilnehmen können. Frauen zwischen 40 und 44 Jahren sowie ab 75 Jahren können sich freiwillig anmelden. Bei hoher Brustdichte kann ergänzender Ultraschall zum Einsatz kommen. Gleichzeitig nutzen laut österreichischem Brustkrebs-Früherkennungsprogramm mittlerweile mehr als 80 Prozent der teilnehmenden Standorte Tomosynthese.
Ein auffälliger Befund ist noch keine Diagnose
Ein wesentlicher Bestandteil moderner Brustdiagnostik ist die sinnvolle Kombination unterschiedlicher Untersuchungsverfahren. Nach einem auffälligen Befund folgen, abhängig von der individuellen Situation, klinische Untersuchung, gezielte Bildgebung und gegebenenfalls eine Biopsie. Erst die Gewebeuntersuchung kann abschließend klären, ob eine Veränderung gut- oder bösartig ist und welche biologischen Eigenschaften ein Tumor aufweist.
Gleichzeitig wird Kommunikation zu einem wesentlichen Bestandteil der Versorgung. Untersuchungsergebnisse müssen verständlich erklärt, Unsicherheiten benannt und die nächsten Schritte nachvollziehbar vermittelt werden.
„Hinter jedem Bild steht ein Mensch.“
Mit diesem Grundsatz fasste Minerva Becker, Chairperson of the ESR Board of Directors, die patientenzentrierte Rolle der modernen Radiologie zusammen.
Orientierung wird nach der Diagnose besonders wichtig
Wie entscheidend verständliche Information für Patientinnen sein kann, zeigt die persönliche Erfahrung von Caroline Justich, Gründerin von Be accepted. Auf den Tag genau zehn Jahre vor der Veranstaltung erhielt sie die Diagnose metastasierter Brustkrebs. Rückblickend beschreibt sie insbesondere die Orientierung unmittelbar nach der Diagnose als entscheidend: Ein Radiologe half ihr, medizinische Informationen verständlich einzuordnen und die nächsten Schritte zu strukturieren.
Aus dieser Erfahrung entwickelte sich Be accepted. Der 360-Grad-Ansatz verbindet medizinische Information mit Themen wie psychischer Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Familie und sozialem Umfeld sowie Körperbild und Lebensqualität. Das Ziel ist, Patientinnen einen besseren Überblick über ihre Situation zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen, informierter an ihrer Versorgung mitzuwirken.
Damit verbindet die Initiative zwei zentrale Anforderungen moderner Brustkrebsversorgung: möglichst präzise medizinische Entscheidungen und möglichst gut informierte Patientinnen.
Für die Früherkennung bleibt die praktische Empfehlung klar: angebotene Screening-Programme regelmäßig nutzen, individuelle Risikofaktoren und Brustdichte mit Ärzt:innen besprechen und neu auftretende Veränderungen zeitnah abklären lassen.
Radiology saves lives. Get Screened.
https://www.myesr.org/breast-cancer-awareness/ http://www.be-accepted.com/
Europäischer Radiologiekongress (ECR)
Der ECR ist eine internationale Fachtagung und eine der führenden Veranstaltungen im Bereich der Radiologie.
Der ECR ist eine der größten medizinischen Tagungen in Europa und die zweitgrößte radiologische Tagung weltweit.
Zu den Teilnehmern des ECR zählen Vertreter aller Bereiche der Radiologie, darunter Radiologen, Röntgenassistenten, Physiker, Vertreter der Industrie sowie Journalisten sowohl aus der Fachpresse als auch aus der Publikumspresse.
Der nächste ECR findet vom 3. bis 7. März 2027 vor Ort und online in Wien statt.
https://www.myesr.org/congress/
Fotos: National Cancer Institute; Angiola Harry
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