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21.10.2026
Bundesregierung präsentiert Schwerpunkte Österreichs im UN-Sicherheitsrat.
Beim heutigen Pressefoyer im Vienna International Centre (VIC) hat die Bundesregierung die im Ministerrat beschlossenen Schwerpunkte Österreichs im UNO-Sicherheitsrat und zum Amtssitz Wien präsentiert. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS), Europaministerin Claudia Bauer (ÖVP) und Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) betonten dabei, dass die Wahl Österreichs als nicht-ständiges Mitglied in das wichtigste sicherheitspolitische Gremium der Welt als Vertrauensbeweis für die österreichische Außenpolitik gilt.
Die Mitgliedschaft ab 1. Jänner 2027 gibt Österreich die Möglichkeit, international Verantwortung zu übernehmen und einen aktiven Beitrag zu Frieden und Sicherheit zu leisten. Davon profitieren auch die Menschen in Österreich sowie der heimische Wirtschaftsstandort, der auf internationale Stabilität und verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen ist.
In einer Zeit von Kriegen, geopolitischen Spannungen und wachsendem Druck auf internationale Regeln ist diese Verantwortung besonders groß. Gerade für ein Land wie Österreich ist eine Weltordnung entscheidend, in der die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren gilt. Sicherheit entsteht durch Zusammenarbeit, verlässliche Regeln und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – in unserer europäischen Nachbarschaft ebenso wie weltweit.
Österreich wird seine Mitgliedschaft nutzen, um entlang seiner außenpolitischen Prioritäten klare Akzente zu setzen. Dabei verbinden wir bewährte Schwerpunkte wie den Schutz von Menschen in bewaffneten Konflikten und die Stärkung des Völkerrechts mit Antworten auf neue Bedrohungen für Frieden und Sicherheit, z.B. durch den Einsatz autonomer Waffensysteme. Österreich wird zudem die Zusammenhänge zwischen Terrorismus, organisierter Kriminalität und illegalem Waffenhandel stärker berücksichtigen und dabei die Expertise des in Wien angesiedelten Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) nutzen.
Gleichzeitig stärkt der nicht-ständige Sitz im UNO-Sicherheitsrat auch Österreichs Rolle als internationaler Standort. Für Wien als einen der vier UNO-Amtssitze sowie Sitz zahlreicher internationaler Organisationen und für den Kongresstourismus in Österreich bringt Österreichs Sitz im Sicherheitsrat mehr globale Sichtbarkeit und dadurch einen Beitrag für den wirtschaftlichen Aufschwung unseres Landes. Das Vertrauen, das wir international aufbauen, schafft darüber hinaus Chancen für Österreichs exportorientierte Unternehmen.
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger: „Was in der Welt geschieht, spüren wir auch in Österreich: bei Energiepreisen, bei Lieferproblemen, bei Flüchtlingskrisen. Wenn Grenzen mit Gewalt verschoben und Regeln nicht eingehalten werden, sind auch unsere Freiheit und Sicherheit in Gefahr. Die Welt braucht die UNO heute mehr denn je – und es macht uns stolz, dass Österreich ab 1. Jänner 2027 wieder einen Sitz im Sicherheitsrat hat. Dabei wird Österreich den Menschen und seine Würde in den Mittelpunkt stellen. Wir werden gemeinsam mit Verbündeten die regelbasierte Weltordnung verteidigen und das Völkerrecht hochhalten – nicht nur in aktuellen Kriegen und Krisen, sondern auch mit Blick auf künftige Bedrohungen wie KI-Waffen.“
Europaministerin Claudia Bauer: „Frieden und verlässliche internationale Regeln sind die Grundlage für Sicherheit und Wohlstand in Österreich. Unser Sitz im Sicherheitsrat muss ein Sicherheitsgewinn für unser Land sein. Gerade gegen Gefahren wie grenzüberschreitende Terrornetzwerke können wir nur gemeinsam wirksam vorgehen. Dafür brauchen wir einen handlungsfähigen Sicherheitsrat und ein Europa, das geschlossen auftritt. Internationale Zusammenarbeit bringt Österreich aber auch einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen: Internationale Organisationen und ihr Umfeld sichern laut WIFO in Österreich rund 20.000 Arbeitsplätze und 1,7 Milliarden Euro jährliche Wertschöpfung.“
Staatssekretär Jörg Leichtfried: „Die Mitgliedschaft von Österreich im UN-Sicherheitsrat ist ein großer Erfolg und zugleich eine große Verantwortung. Ziel ist es, Frieden und internationale Sicherheit aktiv zu stärken: durch Konfliktprävention, durch Friedensmissionen, durch Vermittlung und durch die gemeinsame Vorbereitung auf neue sicherheitspolitische Herausforderungen. Dabei steht für uns der Schutz der Zivilbevölkerung im Vordergrund, vor allem von Frauen und Kindern in Konfliktgebieten. Wir werden im Sicherheitsrat jenen eine Stimme geben, deren Sicherheit in der Weltpolitik oft übersehen wird.“
https://www.bmeia.gv.at/
Fotos: BMEIA/Michael Gruber
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